Internet Operating System - Jolicloud im Test, Teil Null

Jun 25 2009

Betreibt man mit einem "Internet Operating System" eigentlich gleich das ganze Internet? Let's find out! Nein, noch bin ich nicht größenwahnsinnig geworden, mein Cloudapp-Selbstversuch beginnt allerdings bereits am ersten Tag mit einem Projekt, dass alle meine bisherigen kleinen Wolkenprogrämmchen auf einen Schlag ersetzen könnte.

Ich lade grad ein 600 MB großes "Internet-Betriebssystem" herunter um anschliessend meinen Laptop mit Hilfe eines USB-Sticks neu zu starten.

Das Betriebssystem, das aus der Wolke kam

Nun betreibt man mit einem solches Betriebssystem nicht gleich das ganze Internet, aber doch immerhin den eigenen Computer, 100% festplattenfrei, 100% in der Wolke.

Das Betriebssystem heisst Jolicloud. Gedacht ist es laut den Machern vorwiegend als Betriebssystem für Netbooks. Im Moment ist es noch im so genannten geschlossenen Alpha-Stadium, d.h. man braucht eine Einladung um es testen zu können.

Dank gebührt auf diesem Weg akirk, der Jolicloud auf dem letzten Wiener Barcamp präsentiert hat und der mir geholfen hat einen Testaccount zu bekommen.

Und so soll das ganze dann aussehen:

Joliclouds Manifest

Die Macher von Jolicloud haben, wie das im Moment ganz modern ist sogar ein Manifest.

Darin heisst es unter anderem (Übersetzung von mir):
"Wir von Jolicloud glauben, dass sich gerade eine Bewegung formiert. Eine Bewegung, die die Computerindustrie für immer verändern wird: Eine Welt in der Computer billig sind, Betriebssysteme gratis und Programme online."

Bisl pathetisch, aber bitte. Und weiter:

"Jolicloud ist ein Internet operating system. Es kombiniert die beiden treibenden Kräfte der modernen Computerindustrie: quelloffene Software und das offene Web"

"Jolicloud verwandelt dein Netbook in ein ausgeklügeltes Webgerät das die Wolke anzapft um deine Möglichkeiten der Computernutzung zu erweitern. Das Web hostet bereits einen signifikanten Teil unseres Lebens: Mails, Fotos, Videos und Freunde sind bereits irgendwo online. Jolicloud wurde geschaffen um den Computer und das Web zu Teilstücken des selben Erlebnisses zu machen."

Eigentlich beschreibt das zu einem guten Teil das was ich gerne erreichen möchte. Auch wenn das Marketing-Amerikanisch für mich ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, oder bin ich kleinlich, wenn ich es ein wenig seltsam finde, dass im letzten Absatz "Mails, Fotos" und "Freunde" quasi gleichgestellt werden?

Hey, das ist ja wie für mich gemacht! Oder?

Ein paar Absätze weiter unten ist dann doch glatt von mir die Rede: :)

"Niemand hat bis jetzt ihr oder sein komplettes Leben online transferiert..."

Erwischt! Aber ich arbeite daran. Andererseits: Ich hab mir schon länger gedacht, dass das mit dem pinkeln in Second Life nicht so leicht sein wird. *g*

"...aber jeden Tag werden größere Teile unseres geschäftlichen und privaten Lebens über das Netz übertragen und gespeichert."

Ein bisschen gruselig, aber eigentlich ja wahr, und aufhalten lässt sich das auch nicht mehr, selbst wenn einer wollte. Im Moment kann ich's mir ja noch überlegen: die 600 MB laden noch. Mehr von Jolicloud in den nächsten Tagen.